Einladung zum Pressegespräch vor der Abschlusstagung am 27. Februar 2025
Berlin/Treuenbrietzen/Luckenwalde, 13.2.2025. Immer häufiger auftretende Waldbrände in den ausgedehnten Nadelbaumforsten Brandenburgs stellen ein ernstzunehmendes Risiko dar, das mit dem Klimawandel zunimmt. Wie können Alternativen zu solchen feuergefährdeten Wäldern aussehen? Welche Fehler sollten beim Umgang mit Waldbrandflächen vermieden werden?
Im größten Waldbrandforschungsprojekt Brandenburgs, PYROPHOB („feuerabweisend“), haben acht renommierte Institutionen fünf Jahre untersucht, wie Waldbrände auf Waldökosysteme wirken und wie die Wiederbewaldung trotz verschärfter klimatischer Bedingungen gelingen kann. Unter anderem zeigte sich, dass der Verzicht auf Bodenbearbeitung und das Belassen von stehendem Totholz bedeutsam für die Revitalisierung verbrannter Böden ist. Außerdem führte verbleibendes Totholz zu einer größeren Vielfalt bei Vegetation und Insekten.
Die Ergebnisse werden auf der Abschlusstagung des Projektes am 27. Februar 2025 in Berlin vorgestellt. Schon vor Beginn der Tagung erhalten Journalist*innen die Möglichkeit, bei einem Pressegespräch ihre Fragen an Expert*innen aus dem Projekt zu richten.
Termin: Donnerstag, 27. Februar 2025, 9.00-9.45 Uhr
Treffpunkt: Raum Schinkel, Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund, In den Ministergärten 3, 10117 Berlin
Podium: Prof. Dr. Pierre Ibisch, Projektleiter PYROPHOB, Centre for Econics and Ecosystem Management,
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde Dr. Andreas Meißner, Geschäftsführender Vorstand, Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung
Moderation: Susanne Rönnefarth, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Die Veranstaltung endet voraussichtlich um 9.45 Uhr, es wird ein kleiner Imbiss gereicht.
Anmeldung: Zur besseren Vorbereitung bitten wir Sie um Rückmeldung zu Ihrer Teilnahme am Pressegespräch bis zum 20.2.2025 an
Im Anschluss an das Pressegespräch besteht die Möglichkeit der Teilnahme an der Abschlussveranstaltung zum Forschungsprojekt PYROPHOB, die am gleichen Ort stattfindet. Es sind noch wenige Teilnahmeplätze verfügbar. Bei Interesse geben Sie dies bitte bei Ihrer Anmeldung zum Pressegespräch mit an.
Hintergrundinformation
PYROPHOB – Wege zum widerstandsfähigen Wald. Ein Leuchtturmprojekt zur Waldbrandfolgeforschung in Brandenburg:
Präsentation der Projektergebnisse am 27. Februar 2025 in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund
Im Forschungsprojekt PYROPHOB haben acht Verbundpartner seit April 2020 die Auswirkungen verschiedener Managementvarianten auf die Entwicklung von Kiefern-Waldbrandflächen im Wirtschaftswald und im Wildnisgebiet untersucht.
Die übergeordneten Forschungsfragen:
Wie verändert ein Waldbrand in den Kiefernbeständen Mitteleuropas die abiotischen und biotischen Faktoren im verbrannten Ökosystem?
Wie wirken sich unterschiedliche Waldbewirtschaftungsmaßnahmen nach einem Brand auf die abiotischen Standortbedingungen, die biologische Vielfalt, die damit zusammenhängenden Ökosystemfunktionen und deren Entwicklung aus?
Wie schnell und effektiv können bestimmte forstwirtschaftliche Maßnahmen eingesetzt werden, um die Entwicklung eines neuen Waldes zu fördern, der weniger brandgefährdet ist als die unbehandelten Waldbrandflächen?
Unter den acht beteiligten Institutionen sind drei Brandenburger Hochschulen sowie ein Kompetenzzentrum des Landesbetriebs Forst Brandenburg: Die Universität Potsdam, die BTU Cottbus-Senftenberg, die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde sowie das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde. Als außeruniversitäre Einrichtungen sind zudem das Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut und das Thünen-Institut für Forstgenetik beteiligt. Das Projekt wird von den Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz im Rahmen des Waldklimafonds über die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert.
Relevanz des Projekts für das Land Brandenburg – Modelle für die Forstwirtschaft der Zukunft
Mit 1,1 Millionen Hektar Waldfläche gehört das Land Brandenburg zu den waldreichen Bundesländern. Es ist aber die Region Deutschlands mit dem höchsten Waldbrandrisiko. Gründe dafür sind neben den spärlichen Niederschlägen und dem geringen Wasserspeichervermögen der Sandböden vor allem die vorherrschenden naturfernen Kiefernforsten. Oftmals wird das Brandrisiko durch Munitionsbelastung verschärft. Entsprechend führt Brandenburg seit mehreren Jahren die bundesweite Waldbrandstatistik an.
Die vergleichende Beobachtung der PYROPHOB-Forschungsflächen gibt Aufschluss darüber, wie möglichst schnell Laubmischwälder entstehen können, die ein ausgeglichenes Mikroklima haben, möglichst effektiv Wasser speichern – und damit feuerabweisend, d.h. „pyrophob“ sind. Aus dem Projekt leiten sich Handlungsempfehlungen für die Regeneration waldbrandgeschädigter Flächen in Brandenburg mit hoher Relevanz für die fachliche Praxis ab. Diesbezügliche politische Entscheidungen sollten auf der Grundlage wisseschaftlicher Ergebnisse getroffen werden.
Waldentwicklung im Land Brandenburg
Die Ziele und Handlungsempfehlungen des Projekts PYROPHOB unterstreichen die geplanten Maßnahmen zur Förderung der Waldentwicklung im Land Brandenburg: Ziel ist laut Landesbetrieb Forst Brandenburg die nachhaltige und standortsangepasste Entwicklung und Sicherung von ökologisch und wirtschaftlich stabilen Waldstrukturen, die auf Schadeinwirkungen sowie zu erwartende Klimaänderungen reagieren können. Um diesen Anspruch umzusetzen, ist die Konversion der kieferndominierten Wälder in naturnahe, klimawandeladaptive und stabile Waldökosysteme das wichtigste Instrument.
Wildnisgebiete als wichtige Referenzflächen für die Forschung
Teile der PYROPHOB-Untersuchungsflächen gehören der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung, einer der größten privaten Eigentümerinnen von Wildnisgebieten in Deutschland. Sie dienen als wertvolle Referenzflächen für die Forschung: Wie entwickeln sich Waldbrandflächen im Laufe der Zeit, wenn keine Eingriffe mehr erfolgen? Die Anpassung an veränderte Bedingungen lässt sich hier in Zeiten des Klimawandels besonders gut erforschen und in Ansätze zur nachhaltigen Waldentwicklung integrieren.