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Aktuelles zum Brand auf dem ehem. Truppenübungsplatz Jüterbog-Frankenförde

Jüterbog, den 06.06.2019

Großbrand bei Jüterbog auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz („Schießplatz“) im Bereich zwischen Kloster Zinna-Neuheim und Frankenförde.

 

Die Stadt Jüterbog informiert zum aktuellen Großbrand auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog,

 

am Donnerstag, den 06.06.2019 / Stand 12:30 Uhr wie folgt:

 

 

Das Brandgebiet hat sich inzwischen auf vermutlich rund 800 ha ausgebreitet. (letzte Messung durch die Forst Brandenburg erfolgte in der Nacht gegen 0:30 Uhr, 758 ha) .

Der Landkreis Teltow-Fläming hat die vollständige Einsatzleitung übernommen. Damit ist der Großbrand ab sofort offiziell als Katastrophenlage eingestuft.

Kreisbrandmeister Tino Gausche dazu „Die Dimension dieses Brandes ist einmalig, das hatten wir so noch nie.“

 

Der Bürgermeister der Stadt Jüterbog zieht mit sofortiger Wirkung alle Einsatzkräfte der Stadt Jüterbog vom Einsatz ab – zum Schutz von Leib und Leben der freiwilligen Feuerwehrkameraden und –kameradinnen.

 

Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Jüterbog und der Jüterboger Ortsteile, sind aktuell an eine Brandschutzeinheit angegliedert, die im Bereich Keilberg die Brandbekämpfung am Boden durchführt.

Die dortige Einsatzleitung setzt die Kräfte auf NICHT beräumten Wegen und Gebieten, in der sogenannten „Roten Zone“  ein.  Mehrere Kameraden berichteten bereits am gestrigen Abend bei ihrer Rückkehr ins Feuerwehrdepot Jüterbog,

von Detonationen und Chemie-Gerüchen bei der Brandbekämpfung im Wald.

 

Der Bürgermeister der Stadt Jüterbog, Arne Raue,  forderte bereits bei der Einsatzbesprechung heute Nacht von der Einsatzleitung eine sofortige Untersuchung der Luft und der Stäube im Brandgebiet zum Schutz der Einsatzkräfte und der Bevölkerung.

Arne Raue: „Hier müssen ganz dringend Fachleute her, die das beurteilen können, was da aktuell in der Luft ist.“ Die Rauchentwicklung ist auch heute am vierten Tag des Großbrandes enorm. Ständige Winde fachen das Feuer stetig an.

 

Das Gebiet rund um den Keilberg ist bekannterweise sehr stark kontaminiert, bei früheren Beprobungen wurden Kampfmittel aller Art gefunden, unter anderem phosphorhaltige, arsenhaltige und uranangereicherte Munition, u.a. See-Mienen, U-Boot-Bewaffnung, Panzerfäuste, Tretmienen, Granaten und vieles mehr. Der Truppenübungsplatz Jüterbog diente in mehr als 180 Jahren Militärgeschichte während der zwei Weltkriege und auch während der sowjetischen Besatzung als Testgelände für die Entwicklung und Anwendung von Kampfmitteln. Das gesamte Gebiet zwischen Jüterbog-Luckenwalde-Frankenförde-Felgentreu-Treuenbrietzen-Altes Lager –Jüterbog wurde dabei bis auf wenige Wege bislang nie beräumt! Sämtliche Kampfmittel sind dort noch immer im jetzt brennenden Waldgebiet enthalten und können während der Löscharbeiten jederzeit detonieren! Aufgrund der hohen Temperaturen gilt die Munition im Boden in jedem Jahr auch als wahrscheinlichste Brandursache. (siehe Karte)

 

Die Stadt Jüterbog hat ihre weitere Unterstützung mit Einsatzkräften für die Brandbekämpfung zugesagt, sobald sichergestellt ist, dass keine Einsatzkräfte gefährdet werden.

 

Der Bürgermeister wiederholte gegen Mittag nochmals in einem Eil-Schreiben an die Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming, dass zum Schutz der Bevölkerung und aller Kameraden vor Ort dringend endlich eine Luftuntersuchung erfolgen muss.

 

Bitte halten Sie unbedingt die Fenster und Türen geschlossen und halten Sie sich bei Rauchentwicklung nicht im Freien auf!

 

Übersichtskarte Truppenübungsplatz Jüterbog (TÜP) mit den „Roten Zonen“

 

 

 

Stand: Mi., 05.06.2019 / 09:00 Uhr

 

 

Die Brandentwicklung geschieht derzeit eher in Richtung Westen /Mehlsdorfer Weg und wird im Laufe des Tages nun stark abhängig von den Winden und der Temperatur sein. Bis zum Morgen waren die 20 Kameraden der Wehren aus Jüterbog, Oehna und Altes Lager mit 4 Tanklöschfahrzeugen weiterhin im Dauereinsatz und haben die Nacht hindurch den Brand bekämpft. Das Brandgebiet umfasst derzeit etwa 500 ha, es gibt noch immer vereinzelte Flammenentwicklungen an den äußeren Kanten des Brandgebietes, diese Ränder gelten jedoch weitestgehend als abgelöscht. Eine Ausbreitung des Feuers in Richtung der Ortschaften erfolgt derzeit nicht, für die Ortschaften besteht demnach aktuell auch weiterhin keine Gefahr. Der Landkreis Teltow-Fläming hat um 08:00 Uhr die offizielle Einsatzleitung übernommen, die Lageerkundung erfolgt weiterhin durch die Feuerwehr der Stadt Jüterbog. Die Löscharbeiten werden derzeit von Einheiten aus Märkisch-Oderland (MOL) und Elbe-Elster (EE) übernommen, die unsere Kameraden nun abgelöst haben.

 

Stand: Di., 04.06./19:30 Uhr.

Die Lage ist unverändert angespannt, die umliegenden und angrenzenden Ortschaften sind aktuell nicht in Gefahr. Rund 100 freiwillige Feuerwehrkameraden und Kameradinnen sind vor Ort im Einsatz, bis etwa 20:45 Uhr fliegen zwei Hubschrauber der Landespolizei Brandenburg mit Wasser-BigPacks zur Unterstützung. Auch über Nacht werden vorraus. 4 Tanklöschfahrzeuge und die Einsatzleitung vor Ort bleiben.

 

Stand: Di., 04.06.2019 / 13.00 Uhr

 

Inzwischen beträgt die Brandfläche mehr als 600 ha. Das Feuer ist nicht unter Kontrolle.

 

Etwa 100 Feuerwehrleute und ein Hubschrauber der Landespolizei Brandenburg sind im Löscheinsatz. Der Bürgermeister der Stadt Jüterbog ist weiterhin vor Ort, ebenso der Innenminister des Landes Brandenburgs, Karl-Heinz Schröter. Bürgermeister Raue betont: "Einwohner/ angrenzende Ortschaften sind aktuell nicht in Gefahr. Aufgrund der starken Rauchentwicklung bitte unbedingt weiterhin Fenster und Türen geschlossen halten und vor allem für Kinder den Aufenthalt im Freien meiden. Aufgrund ständig drehender Winde kann sich die Lage jederzeit ändern. Es sind Maßnahmen getroffen, um für den ungünstigen Fall zu reagieren."

 

 

 

Stand: Di., 04.06.2019, 11 Uhr

Aktuell beträgt die Brandfläche mehr als 250 ha.    Mehr Informationen /Daten folgen im Laufe des Tages.

 

Bereits gestern Nachmittag hat das Feuer mühelos die angelegten Brandschutzstreifen übersprungen. Starke Winde fachten das Feuer an, die Winde drehen unberechenbar, so dass die genaue Richtung des Feuers aktuell nicht auszumachen ist. Alle Anwohner sind aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Bürgermeister der Stadt Jüterbog, Arne Raue, ist bei den Einsatzkräften vor Ort. „Über den Einsatz eines ABC-Erkundungswagens wird kurzfristig vor Ort von der Einsatzleitung entschieden.“, sagt Raue.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Jüterbog, die Wehren der  Ortsteile Jüterbogs und umliegende freiwillige Wehren sind vor Ort und versuchen den Brand seit gestern Nachmittag, Montag, den 03.06.2019 etwa 16 Uhr zu bekämpfen.

 

„Wir können wie in jedem Jahr nicht alle Brandherde löschen, da erneut die munitionsbelasteten Flächen brennen“, so Arne Raue. „Die Feuerwehren der Stadt Jüterbog und der Ortsteile werden weiterhin die bisherige Strategie der vergangenen Jahre verfolgen, und definitiv nicht in die sogenannte "rote Zone" zum Löschen einrücken", so der Bürgermeister. "Es wird definitiv keine Einsatzkräfte auf den stark munitionsbelasteten Gefahrenflächen geben, die Sicherheit für Leib und Leben der Kameraden steht an oberster Stelle". So werden die Einsatzkräfte auch am Freitag wieder nur auf den beräumten Wegen und den Randstreifen außerhalb der "roten Zone" in Stellung gehen und nach Kräften versuchen zu löschen.

 

Seit heute Vormittag, Dienstag, den 04.06, ist auch wieder ein Hubschrauber der Bundespolizei vor Ort im Einsatz, der versucht, bei den Löscharbeiten zu unterstützen. Bürgermeister Arne Raue dazu: Die Löscharbeiten aus der Luft gleichen aber einem Himmelfahrtskommando“, sagt er – denn es brennt die sogenannte „rote Zone“, eine Fläche, die nicht betreten werden darf, da hier Kampfmittel aus zwei Weltkriegen und Kampfmittel der sowjetischen Besatzungstruppen aus DDR-zeiten im Boden liegen.

(Theoretisch sollten alle einen mindest-Abstand von 1.000 Metern zur sogenannten „Roten Zone“ einhalten, jedoch fliegt der Hubschrauber aus der Luft sehr niedrig über den Wald, damit überhaupt eine Löschwirkung mit dem abgeworfenen Wasser aus „BigPacks“ (große Taschen) erzielt werden kann. Damit wird der Mindestabstand von 1.000 Metern zu den Kampfmitteln, die jederzeit im Feuer explodieren, vom Hubschrauber-Team nicht eingehalten.)

 

„Die Erschöpfung in den Gesichtern der Kameraden zu sehen, bewegt mich sehr", sagt  Arne Raue, Bürgermeister der Stadt Jüterbog. „Unsere Kameraden leisten hier wieder Großes“, so Raue weiter.

 

HINTERGRUNDINFO zum ehemaligen Truppenübungsplatz/Schießplatz Jüterbog (= das gesamte Waldgebiet zwischen Jüterbog-Treuenbrietzen-Luckenwalde)

 

Das gesamte Gebiet ist mit Munition aus 180 Jahren Militärgeschichte des Schießübungsplatzes kontaminiert. Das heißt, Munitionen und Kampfmittel der Kaiserlichen Armee und der deutschen Wehrmacht, also aus zwei Weltkriegen, aber eben auch russische Munition aus mehreren Jahrzehnten lagert im Boden. Das ist der Truppenübungsplatz-Jüterbog-West, heute die „Stiftung Naturlandschaften Jüterbog Forst Keilberg“:   Auf einer Fläche von mehr als 7.800 ha liegt demnach jede Art von Munition im Boden, die man sich nur denken kann, u.a. Granaten, Sprenggranaten, Mienen, TNT und andere Sprengmittel, chemische Kampfmittel jeglicher Art , darunter auch Phosphorbomben, aber auch Panzergranaten, oder sogar gefüllte See-Mienen. Das Gelände „Schießplatz Jüterbog“ galt 180 Jahre lang als Testgelände für das Militär, auch schon vor Kaiser-Wilhelm-Zeiten, sowie zum 1. und 2. Weltkrieg, als auch in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg für die sowjetischen Besatzungstruppen. Über all die Zeit, 180 Jahre lang, wurde das Gebiet mit jeder denkbaren Art von Munition und Kampfmitteln zu Test- und Übungszwecken befeuert und kontaminiert. Eine konventionelle Beräumung des Waldgebietes ist bislang nicht erfolgt und würde nach einer Schätzung aus dem Jahr 1997 mehrere hundert Millionen Euro kosten (damals wurde auf 320 Mio DM geschätzt). Das kann die Gemeinde Jüterbog natürlich nicht mal ansatzweise leisten. Die Bundesregierung hat sich dazu bislang nicht geäußert.

Aus diesem Grund sind Löscharbeiten in diesem Gebiet lebensgefährlich. Die freiwillige Feuerwehr vor Ort versucht aktuell wieder ihr Möglichstes, um die wenigen beräumten Wege mit Wasser zu benetzen und den Großbrand zu beobachten und ggf. zu bekämpfen.  Angesichts der anhaltenden Dürre und fehlender Niederschläge seit April 2018 ein schwieriges Unterfangen.

 

 

 

 

Weitere, zusätzliche Brände im Stadtgebiet – Feuerteufel unterwegs?!

Zusätzlich zu dem Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz kommt bedauerlicherweise noch ein anderes Übel hinzu: „Es ist nicht zu begreifen“, sagt Raue,  „aber genau wie im Vorjahr kommt es seit gestern Abend parallel zum Wald-Großfeuer in Jüterbog wieder zu vielen kleineren Bränden im Stadtteil Jüterbog II“, so Raue weiter. Er geht von Brandstiftung aus. Die Polizei sei bereits eingeschaltet. So brannte es gestern Abend in Jüterbog II zweimal in der Bülowstraße, in der Straße am Heideland sowie in der Nähe Neuheimer Weg.

Natürlich stellt der Träger des Brandschutzes, die Stadt Jüterbog, bei allen Einsätzen vollumfänglich die Versorgung für die Kräfte sicher. An dieser Stelle dankt der Bürgermeister Arne Raue der Firma "Gaststätte Fuchsbau" dafür, dass wieder sehr spontan größere Mengen frisch zubereitetes Essen bereitet werden konnte. "Es ist für mich eine Freude zu sehen, dass sich Bürger und Unternehmer der Stadt solidarisch zeigen und spontan Hilfe anbieten- ob durch Worte oder Taten. Beides kommt an. Dankeschön", so der Bürgermeister.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Aktuelles zum Brand auf dem ehem. Truppenübungsplatz Jüterbog-Frankenförde

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