Klostergeschichte
Namensgeber des Ortes ist das Zisterzienser-Mönchs-Kloster, das Erzbischof Wichmann von Magdeburg 1170 hier gründete. In der Landschaft des Niederen Fläming entwickelte sich ein Hort von Kunst und Wissenschaften, in dem 1492 das erste gedruckte Buch der Region, ein Marienpsalter entstand. Die heute noch existierenden Gebäude, darunter die Klosterkirche, eine Feldsteinbasilika aus dem 13. Jahrhundert, legen eindrucksvoll Zeugnis ab vom Wirken der weißen Mönche im Kolonialland östlich der Elbe. Das Kloster war auch bedeutender Grundbesitzer. Unter den Dörfern, die sich auf dem ca. 300 Quadratkilometer umfassenden Klosterland befanden, nahm das östlich von Berlin gelegene Rüdersdorf mit seinen Kalksteinbrüchen einen besonderen Platz ein, begründeten sie doch jenen Reichtum, der sich noch immer in den prachtvollen Abteigebäuden des 14. Und 15. Jahrhunderts widerspiegelt.
Die Reformation beendet das Klosterleben. 1553 verlassen die letzten Mönche Zinna, das Kloster wird säkularisiert.
Weberkolonie
Erst 1764, als Friedrich der Große hier, direkt an der sächsischen Grenze, eine Webersiedlung gründet, erwacht der Ort zu neuem Leben. Sowohl die Industrialisierung als auch die Veruntreuung von Bau-Geldern verhinderten den erhofften Reichtum. Dennoch errichteten die dankbaren Bürger dem „Alten Fritz“ ein Denkmal mitten auf dem Markt. Dort befindet sich auch eines der markantesten Häuser Zinnas. In der ehemaligen Oberförsterei residierte schon der Preußenkönig.
Kloster Zinna heute
Die Struktur der Plansiedlung rund um den achteckigen Marktplatz hat sich bis heute fast unverfälscht erhalten.
Gewebt wird auch noch.
Im sogenannten Zollhaus ist das alte Handwerk wieder lebendig. An historischen Handwebstühlen wird hier gewebt wie vor 200 Jahren.
Museum
Ausführlich wird die Geschichte der Zisterzienser im Museum dargestellt, das sich im ehemaligen Abtshaus befindet. Ein Modell des Klosters lässt die Dimension der Anlage erahnen. Die hochgotischen Fresken in der Abtskapelle gestatten Einblicke in das Weltbild des mittelalterlichen Mönches. Führungen lassen die Vergangenheit lebendig werden.
Im ehemaligen Siechenhaus findet sich die Kräuteressenzherstellung für den „Zinnaer Klosterbruder“, einem legendären Kräuterlikör, der mit dem Erwerb einer Eintrittskarte vor Ort verkostet werden darf.
Die Klosterkirche, heute evangelische Pfarrkirche, beeindruckt vor allem durch ihre Schlichtheit. Aus behauenen Granitsteinen errichtet, mit dem typischen Dachreiter statt eines steinernen Turmes entspricht sie vollkommen dem zisterziensischen Ideal. Von der besonderen Akustik überzeugt man sich am besten bei einem der regelmäßig stattfindenden Konzerte.
Rund um Kloster Zinna ...
Nutzen Sie Ihren Aufenthalt, um auch die nur 4km entfernte mittelalterliche Stadt Jüterbog oder die umliegenden Dörfer kennen zu lernen. Am besten erkundet man die Gegend per Rad, auf Inlineskates oder mit der Pferdekutsche. Die Fläming Skate, ein fast 190 km langes Skate- und Radwegenetz mit feinstem Asphalt verläuft direkt entlang des Ortes.
Mönchenkirchplatz 4
14913 Jüterbog
03372 463113
03372 463450
stadtinformation
@jueterbog.de
Dienstag, Mittwoch,
10.00 - 17.00 Uhr
Donnerstag
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